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Magnesium und Depressionen

Typische Symptome von Depressionen sind gedrückte Stimmung, negative Gedankenschleifen und ein gehemmter Antrieb. Häufig gehen Freude, Selbstwertgefühl, Leistungsfähigkeit und Interesse am Leben verloren. Diese Symptome können zwar auch bei gesunden Menschen zeitweise auftreten. Bei einer Depression sind sie jedoch länger vorhanden, stärker ausgeprägt und senken die Lebensqualität der betroffenen Patienten dauerhaft. 
In Deutschland erkranken 16-20 % der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression oder einer chronisch depressiven Verstimmung, viele bereits vor dem 30. Lebensjahr.1 Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch, da nicht alle Betroffenen professionelle Hilfe beanspruchen wollen oder können.

Beeinflusst ein Magnesiummangel Depressionen?

Viele wissen nicht, dass sich auch ein Magnesiummangel in einer ganzen Reihe psychiatrischer Symptome äußern kann. Dazu gehören Angstzustände, Apathie, Verwirrtheit, Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen und auch depressive Verstimmungen.2,3,4 Bei einer Unterversorgung mit Magnesium muss deshalb mit dem Auftreten bzw. einer Verschlechterung depressiver Zustände gerechnet werden. Einige Studien zeigen, dass eine geringe Magnesiumzufuhr bzw. ein schlechter Magnesiumstatus im Körper mit einem vermehrten Auftreten depressiver Symptome verbunden sind, auch bei speziellen Patientengruppen wie Typ-2-Diabetikern, Frauen mit Wochenbettdepression oder postmenopausalen Frauen.5-11

Es wird davon ausgegangen, dass bei einem Mangel an Magnesium dessen hemmende Wirkung auf bestimmte Rezeptoren im Gehirn fehlt, was letztlich zu erhöhtem oxidativem Stress führen kann. Dies hat wiederum zur Folge, dass Nervenzellen in ihrer Funktion beeinträchtigt sind und absterben können. Ebenso ist die Wirkung von Magnesium auf den Energiestoffwechsel der Gehirnzellen und auf den Stoffwechsel von Botenstoffen vermindert. Dies betrifft insbesondere den Botenstoff Serotonin, dessen Konzentrationen im Gehirn bei depressiven Verstimmungen reduziert sind.2

Sollen betroffene Patienten Magnesium einsetzen?

In mehreren klinischen Studien konnte durch Einnahme von Magnesium eine Verbesserung depressiver Symptome erreicht werden. Dementsprechend zeigt auch eine zusammenfassende Auswertung von Daten aus sieben Studien positive Effekte des Mineralstoffs bei Patienten mit Depression.12 Auf dieser Grundlage empfehlen Experten einen begleitenden Einsatz von Magnesium in der Behandlung von Depressionen.2 

Dies erscheint auch hinsichtlich der Tatsache sinnvoll, dass viele Patienten auf klassische antidepressiv wirksame Arzneimittel nicht gut ansprechen, aber dennoch unter den möglichen Nebenwirkungen leiden. Magnesium weist dagegen eine deutlich bessere Verträglichkeit auf als Antidepressiva. Ebenso wurde in den vorliegenden Studien meist schon nach zwei Wochen ein positiver Effekt von Magnesium festgestellt – ein weiterer Vorteil gegenüber klassischen Antidepressiva, deren volle Wirksamkeit üblicherweise erst nach 4-6 Wochen einsetzt. Eine ausreichend lange Einnahme von Magnesium zum Ausgleich eines Mangels ist dennoch wichtig, dies erfordert meist mehrere Wochen bis Monate.


Literatur:

  1. Gesund.Bund.de. Gesundheitsinformationen des Bundesministeriums für Gesundheit. Depression. https://gesund.bund.de/depression#haeufigkeit (abgerufen am 08.09.2025)

  2. Serefko A et al. Magnesium and depression. Magnes Res 2016; 29: 112-119

  3. Gröber U et al. Magnesium in prevention and therapy. Nutrients 2015; 7: 8199-8226

  4. Micke O et al. Magnesium: Bedeutung für die hausärztliche Praxis – Positionspapier der Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. Dtsch Med Wochenschr 2020; 145: 1628-1634

  5. Jacka FN et al. Association between magnesium intake and depression and anxiety in community-dwelling adults: the Hordaland Health Study. Aust N Z J Psychiatry 2009; 43: 45-52

  6. Yary T et al. Dietary magnesium intake and the incidence of depression: A 20-year follow-up study. J Affect Disord 2016; 193: 94-98

  7. Barragán-Rodríguez L et al. Depressive symptoms and hypomagnesemia in older diabetic subjects. Arch Med Res 2007; 38: 752-756

  8. Edalati-Fard F et al. Relationship of Zinc and Magnesium Serum Levels with Postpartum Depression in Tabriz-Iran. Global Journal of Health Science 2016; 8: 120-126

  9. Szkup M et al. Analysis of Relations between the Level of Mg, Zn, Ca, Cu, and Fe and Depressiveness in Postmenopausal Women. Biol Trace Elem Res 2017; 176: 56-63

  10. Tarleton EK et al. The Association between Serum Magnesium Levels and Depression in an Adult Primary Care Population. Nutrients 2019; 11: 1475

  11. Chou MH et al. Elevated C-Reactive Protein Levels Modify the Effect of Magnesium on Depressive Symptoms: A Population-Based Study. Nutrients 2023; 15: 1560

  12. Moabedi M et al. Magnesium supplementation beneficially affects depression in adults with depressive disorder: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. Front Psychiatry 2023; 14: 1333261