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Versorgungssituation mit Magnesium in Deutschland

Im Allgemeinen wird von einer ausreichenden Magnesiumzufuhr in der deutschen Allgemeinbevölkerung ausgegangen. Bei genauerer Betrachtung muss dies aber relativiert werden; es gibt durchaus große Bevölkerungsanteile, die Magnesiummangelzustände bzw. zumindest ein Risiko für einen Magnesiummangel aufweisen.

Wird die empfohlene tägliche Magnesiumzufuhr erreicht?

Die Nationale Verzehrsstudie II zeigt, dass 26 % der Männer und 29 % der Frauen in Deutschland die empfohlene tägliche Magnesiumzufuhr nicht erreichen. In einzelnen Altersgruppen waren diese Werte noch schlechter: So liegt bei 56 % der 14-18-jährigen Mädchen – also bei über der Hälfte – die tägliche Magnesiumzufuhr unter den Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Ebenso nimmt rund ein Drittel der über 65-jährigen Personen nicht ausreichend Magnesium zu sich.1
Bei diesen Erhebungen muss berücksichtigt werden, dass die mit Verzehrsprotokollen oder rechnerisch ermittelten Zufuhrmengen meist deutlich über den tatsächlich aufgenommenen Mengen liegen.2 Es ist daher anzunehmen, dass der Anteil der Personen mit einer zu niedrigen Magnesiumzufuhr in der Realität noch höher ist.

Wann spricht man von Hypomagnesiämie?

In einer großen Stichprobe in Deutschland lag die Häufigkeit einer Hypomagnesiämie bei 14,5 % (3). Von Hypomagnesiämie spricht man bei einem erniedrigten Magnesiumwert im Blutserum, dies gilt als eindeutiger Nachweis eines Magnesiummangels. In der Studie wurde ein Grenzwert von 0,75 mmol Magnesium/l angesetzt. Wenn ein Grenzwert von 0,80 mmol/l festgelegt wurde, wiesen bereits 33,7 % der Teilnehmer eine Hypomagnesiämie auf. Wissenschaftliche Fachgesellschaften empfehlen heutzutage jedoch einen höheren unteren Grenzwert von 0,85 mmol/l. Nach diesem Maßstab läge folglich bei deutlich mehr als einem Drittel der untersuchten Personen ein Magnesiummangel vor. 

Gibt es Risikogruppen?

In speziellen Risikogruppen wurde ein Magnesiummangel teilweise noch häufiger gefunden. Dies ist z. B. der Fall bei Diabetikern (bis zu 77 %)4, 5, Schwangeren (72 %)6, Sportlern (bis zu 50 %)7, oder auch bei älteren Menschen über 65 Jahre (bis zu 36 %)8, 9.


Literatur

  1. Max-Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (Hrsg.): Nationale Verzehrsstudie II; Ergebnisbericht, Teil 2. 2008

  2. Wangemann M et al. Empfehlungen zur Magnesium-Zufuhr. Mag Bull 1995; 17: 79-85

  3. Schimatschek HF, Rempis R. Prevalence of hypomagnesemia in an unselected German population of 16,000 individuals. Magnes Res 2001; 14: 283-290

  4. Pham PCT et al. Hypomagnesemia in Patients with Type 2 Diabetes. Clin J Am Soc Nephrol 2007; 2: 366-373

  5. Sales CH et al. Influence of magnesium status and magnesium intake on the blood glucose control in patients with type 2 diabetes. Clin Nutr 2011; 30: 359-364

  6. Kirschner W, Dudenhausen JW. Anamnese gibt Hinweise auf erhöhtes Risiko für Magnesiummangel. Frauenarzt 2018; 59: 544-548

  7. Saur P. Magnesium und Sport. Dtsch Zeitschr Sportmed 2004; 55: 23-24

  8. Wörwag M et al. Prevalence of magnesium and zinc deficiencies in nursing home residents in Germany. Magnes Res 1999; 12: 181-189

  9. Arinzon Z et al. Prevalence of hypomagnesemia (HM) in a geriatric long-term care (LTC) setting. Arch Gerontol Geriatr 2010; 51: 36-40